Küchenzeile mit Backofen und Arbeitsfläche in einer fertigen Einheit
Praxis · 2026-08-25

Warmwasser im kleinen Haus: drei Wege und was sie im Betrieb bedeuten

Durchlauferhitzer, Speicher oder Warmwasser-Wärmepumpe. Der Unterschied zeigt sich nicht am Wasserhahn, sondern an der Anschlussleistung, am Platzbedarf und daran, wie oft Sie duschen können.

Kurz gesagt

Warmwasser ist der Punkt, an dem viele Planungen für ein kleines Haus kippen. Nicht weil es schwierig wäre, warmes Wasser zu erzeugen, sondern weil jede der drei üblichen Lösungen etwas kostet, das in einem kleinen Haus knapp ist: Strom, Platz oder Zeit. Wer sich früh entscheidet, plant um diese Knappheit herum. Wer spät entscheidet, baut sie ein.

Warum die Frage im kleinen Haus anders steht

In einem normalen Haus ist Warmwasser eine Nebenfrage, weil alle drei Ressourcen reichlich vorhanden sind: ein Hausanschluss mit dreissig Ampere und mehr, ein Technikraum, und ein Speicher, den niemand sieht. Keine dieser drei Voraussetzungen ist bei einem Haus mit fünfzig Quadratmetern selbstverständlich.

Der Anschluss ist die härteste Grenze. Ein Stellplatz auf einem Campingplatz oder in einer Siedlung wird oft mit sechzehn Ampere abgesichert, in manchen Fällen mit zehn. Sechzehn Ampere bei zweihundertdreissig Volt sind rund dreieinhalb Kilowatt für das gesamte Haus — Kühlschrank, Licht, Kochfeld, Heizung und Warmwasser zusammen. Ein elektrischer Durchlauferhitzer, der eine Dusche versorgen soll, braucht allein zwischen achtzehn und einundzwanzig Kilowatt.

Der Platz ist die zweite Grenze und die, die am spätesten auffällt. Ein Speicher mit hundertfünfzig Litern hat einen Durchmesser von rund fünfzig Zentimetern und eine Höhe von über einem Meter. Er passt in ein kleines Haus, aber nur, wenn er von Anfang an einen Platz hat — nachträglich wird er zu einem Möbel, das im Weg steht.

Die dritte Grenze ist Zeit, und die merkt man erst im Betrieb: wie lange es dauert, bis nach einer Dusche wieder warmes Wasser da ist.

Weg eins: der elektrische Durchlauferhitzer

Er erwärmt das Wasser in dem Moment, in dem es fliesst. Kein Speicher, kein Bereitschaftsverlust, kein Platzbedarf jenseits eines Geräts von der Grösse eines kleinen Koffers. Für ein Waschbecken ist er die einfachste Lösung, die es gibt.

Für eine Dusche stellt sich die Anschlussfrage sofort. Um eine übliche Duschmenge von etwa acht Litern pro Minute von zehn auf achtunddreissig Grad zu bringen, braucht es rein rechnerisch rund sechzehn Kilowatt Dauerleistung. Geräte dieser Klasse werden dreiphasig angeschlossen und wollen eine Absicherung, die auf vielen Stellplätzen schlicht nicht vorhanden ist.

Es gibt einphasige Kleindurchlauferhitzer mit drei bis sechs Kilowatt. Sie funktionieren, aber sie liefern bei sechs Kilowatt etwa drei Liter pro Minute auf Duschtemperatur. Das ist eine Dusche, die man sparsam nennen muss, und mit einem Sparkopf ist sie brauchbar — aber es ist eine Entscheidung über den Komfort, nicht nur über die Technik, und sie sollte bewusst getroffen werden.

Der zweite Punkt ist die Gleichzeitigkeit. Läuft der Durchlauferhitzer mit sechs Kilowatt und der Rest des Hauses mit anderthalb, sind bei sechzehn Ampere die Grenzen erreicht. Wer duscht, während der Backofen heizt, löst die Sicherung aus. Das ist beherrschbar über eine Lastabwurfschaltung, muss aber vorgesehen sein.

Weg zwei: der Speicher

Ein Speicher erwärmt eine Wassermenge über längere Zeit mit kleiner Leistung und hält sie warm. Zwei Kilowatt genügen, um hundert Liter in etwa zweieinhalb Stunden von zehn auf sechzig Grad zu bringen. Das ist die Lösung, die mit einem schwachen Anschluss zusammenarbeitet, weil sie die Leistung über die Zeit streckt.

Der Preis dafür ist Platz und Bereitschaftsverlust. Ein Speicher gibt permanent Wärme an seine Umgebung ab, auch wenn niemand Wasser braucht. Bei einem gut gedämmten Gerät sind das je nach Grösse etwa ein bis anderthalb Kilowattstunden am Tag. Im Winter ist dieser Verlust kein reiner Verlust, weil die Wärme im Haus bleibt und dort ohnehin gebraucht wird. Im Sommer ist er es sehr wohl, und er heizt genau den Raum auf, den man kühl haben möchte.

Die zweite Frage ist die Menge. Eine Dusche von fünf Minuten verbraucht rund vierzig Liter Warmwasser. Ein Speicher mit achtzig Litern reicht damit für zwei Duschen hintereinander, danach dauert es je nach Leistung ein bis zwei Stunden bis zur nächsten. Für zwei Personen ist das meistens ausreichend, für vier an einem Sonntagmorgen nicht.

Der dritte Punkt ist Hygiene. Wasser, das dauerhaft zwischen dreissig und fünfundvierzig Grad steht, ist der Temperaturbereich, in dem Legionellen sich vermehren. Deshalb wird ein Speicher regelmässig auf sechzig Grad gebracht — bei den meisten Geräten automatisch, aber es ist eine Funktion, nach der man beim Kauf fragen sollte, statt sie vorauszusetzen.

Weg drei: die Warmwasser-Wärmepumpe

Sie ist ein Speicher mit einer kleinen Wärmepumpe obendrauf. Statt Strom direkt in Wärme umzusetzen, zieht sie Wärme aus der Umgebungsluft und braucht dafür etwa ein Drittel bis ein Viertel des Stroms, den ein Heizstab bräuchte. Aus einer Kilowattstunde Strom werden drei bis vier Kilowattstunden Wärme.

In einem kleinen Haus hat das eine Nebenwirkung, die je nach Jahreszeit erwünscht oder störend ist: Das Gerät kühlt die Luft, aus der es die Wärme zieht, und es entfeuchtet sie. Im Sommer ist beides angenehm. Im Winter entzieht es dem Raum Wärme, die die Heizung wieder hineinbringen muss — dann wird ein Teil des Vorteils zurückgegeben.

Deshalb werden diese Geräte üblicherweise so aufgestellt, dass sie Aussenluft oder die Luft eines Raums nutzen, der ohnehin nicht beheizt wird. In einem Haus ohne solchen Raum bedeutet das zwei Kanäle nach draussen, mit allem, was Durchdringungen in der Hülle mit sich bringen.

Der zweite Punkt ist Grösse und Geräusch. Diese Geräte sind höher als ein reiner Speicher und sie haben einen Verdichter, der hörbar ist. In einem Haus, in dem der Technikbereich einen Meter vom Bett entfernt liegt, ist das ein Kriterium und keine Fussnote.

Die Rechnung, die zuerst gemacht werden muss

Bevor man sich für einen Weg entscheidet, sollten zwei Zahlen feststehen: die verfügbare Anschlussleistung und die Zahl der Menschen, die an einem Morgen hintereinander duschen.

Die Anschlussleistung erfährt man beim Betreiber des Stellplatzes oder beim Netzbetreiber; sie steht nicht in der Hausplanung, sondern am Anschluss. Bei einem Grundstück mit regulärem Hausanschluss ist die Frage meistens entspannt, bei einem Stellplatz fast nie.

Die zweite Zahl entscheidet über die Speichergrösse. Vierzig Liter pro Dusche ist ein brauchbarer Ansatz. Zwei Personen morgens hintereinander heisst achtzig Liter innerhalb einer halben Stunde, und das bedeutet einen Speicher von mindestens hundert Litern oder eine Erwärmungsleistung, die nachkommt.

Erst mit diesen beiden Zahlen ist die Frage entscheidbar. Ohne sie ist jede Empfehlung ein Ratschlag über ein Haus, das jemand anderes bewohnt.

Was die Leitungen dazwischen ausmachen

Zwischen Erzeuger und Hahn liegt ein Rohr, und dieses Rohr ist voll Wasser, das nach jeder Nutzung abkühlt. Bei acht Metern Leitung mit sechzehn Millimetern Innendurchmesser stehen etwa anderthalb Liter im Rohr — anderthalb Liter, die beim nächsten Öffnen kalt herauslaufen, bevor Warmwasser kommt.

In einem kleinen Haus ist das eine der wenigen Stellen, an denen die geringe Grösse ein echter Vorteil ist: kurze Wege sind automatisch da, wenn man sie beim Grundriss berücksichtigt. Bad und Küche an derselben Installationswand halten die Leitungen unter drei Metern und die Wartezeit unter fünf Sekunden.

Wo das nicht geht, ist Dämmung der Leitung die Massnahme, die am meisten für ihren Aufwand bringt — nicht wegen des Wärmeverlusts während des Betriebs, sondern weil das stehende Wasser länger warm bleibt und der zweite Griff zum Hahn innerhalb einer Stunde kein kaltes Wasser mehr liefert.

Der Fall ohne Netzanschluss

Bei einer Einheit, die autark oder überwiegend autark betrieben wird, verschiebt sich die Rechnung vollständig. Warmwasser aus Strom ist dann die teuerste Anwendung, die es gibt, weil die Kilowattstunde aus Photovoltaik und Speicher ein Vielfaches dessen kostet, was sie aus dem Netz kostet.

In diesem Fall ist ein Speicher mit Solarthermie oder eine Kombination aus beidem die Lösung, die üblicherweise geprüft wird: Solarthermie erzeugt Wärme direkt und braucht dafür keinen Umweg über Strom. Der Nachteil ist ein zweiter Kreislauf mit Frostschutz, Ausdehnungsgefäss und Pumpe — deutlich mehr Technik in einem Haus, in dem Technik Platz braucht.

Die pragmatische Variante, die viele wählen: ein Speicher mit Heizstab, der über einen Überschussregler nur dann läuft, wenn die Photovoltaik mehr liefert, als sonst gebraucht wird. Der Speicher wird damit zum Puffer für Strom, der sonst nicht genutzt würde. Das funktioniert von Frühjahr bis Herbst gut und im Dezember gar nicht — und für den Dezember braucht es dann eine zweite Antwort.

Was der Anschluss ans Abwasser damit zu tun hat

Warmwasser wird zu Abwasser, und das ist bei kleinen Häusern häufiger ein Engpass als die Erzeugung. Eine Dusche liefert acht Liter pro Minute in einen Ablauf, der bei mobilen Einheiten oft mit einem Schlauch von vierzig Millimetern und wenig Gefälle ausgeführt ist.

Reicht das Gefälle nicht, staut sich das Wasser in der Duschtasse, und der Geruchsverschluss wird bei jedem Duschen leergesogen — das ist die häufigste Ursache für Geruch im Bad einer kleinen Einheit. Zwei Prozent Gefälle sind der Anhaltswert, und zwei Prozent auf sechs Meter sind zwölf Zentimeter, die im Bodenaufbau vorhanden sein müssen.

Wer den Warmwasserweg plant, sollte den Abwasserweg im selben Zug planen. Die beiden gehören zusammen, und der zweite wird regelmässig vergessen, bis die Einheit steht.

Drei typische Konstellationen

Stellplatz mit sechzehn Ampere, zwei Personen: Speicher mit achtzig bis hundert Litern und zwei Kilowatt Heizleistung. Der schwache Anschluss verträgt keine Spitzenlast, der Speicher streckt sie über die Nacht. Bereitschaftsverlust in Kauf nehmen, im Winter kommt er dem Haus zugute.

Grundstück mit regulärem Hausanschluss, zwei bis vier Personen, dauerhaftes Wohnen: Warmwasser-Wärmepumpe, wenn ein Aufstellort gefunden wird, an dem sie weder das Wohnzimmer kühlt noch neben dem Bett steht. Der Stromverbrauch für Warmwasser sinkt dabei auf etwa ein Drittel.

Ferienhaus, unregelmässig genutzt: Durchlauferhitzer, wenn der Anschluss es hergibt. Ein Speicher, der drei Wochen lang niemanden versorgt und trotzdem Wärme abgibt, ist in dieser Nutzung die schlechteste Wahl — und ein Speicher, der über den Winter kalt steht, ist ausserdem ein Hygienethema.

Diese drei sind Ausgangspunkte für ein Gespräch, keine Vorgaben. Was am Ende eingebaut wird, hängt am Anschluss, am Grundriss und daran, wie das Haus tatsächlich benutzt wird.

Was Sie beim Angebot fragen sollten

Welche Anschlussleistung setzt die vorgeschlagene Lösung voraus, in Ampere und in Phasen? Diese eine Frage klärt mehr als jede andere, und die Antwort muss zu dem passen, was am Aufstellort tatsächlich anliegt.

Wie viele Liter Warmwasser stehen bei welcher Temperatur zur Verfügung, und wie lange dauert die Wiedererwärmung? Nicht die Speichergrösse allein, sondern beides zusammen beschreibt, was Sie im Betrieb haben.

Wo steht das Gerät, wie gross ist es, und was ist davor, um daran zu kommen? Ein Speicher, an den man nur durch einen ausgebauten Schrank kommt, wird bei der ersten Wartung zum Problem.

Und: Ist eine Lastabwurfschaltung vorgesehen, wenn Warmwasser und Kochfeld gleichzeitig laufen können? Bei sechzehn Ampere ist das keine Sonderausstattung, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Sicherung hält.

Der Fehler, der am häufigsten gemacht wird

Er besteht darin, die Warmwasserfrage zu vertagen, weil sie technisch wirkt und nicht dringend. Sie wird dann am Ende entschieden, wenn Grundriss, Installationswand und Anschluss schon feststehen — und an diesem Punkt bleibt oft nur noch die Lösung übrig, die in die verbliebene Lücke passt.

Der Reihenfolge nach gehört sie an den Anfang, gleich hinter die Frage, wo das Haus stehen soll. Denn sie hängt vom Anschluss ab, der Anschluss hängt vom Standort ab, und der Standort ist ohnehin die erste Entscheidung.

Wer das umdreht, baut ein Haus, das an seinem Stellplatz nicht duschen kann, und merkt es an dem Tag, an dem es dort steht.

Was sich später noch ändern lässt

Ein Durchlauferhitzer lässt sich gegen einen zweiten tauschen, solange der Anschluss gleich bleibt. Ein Speicher lässt sich gegen einen grösseren tauschen, wenn der Platz da ist. Beides sind Arbeiten von einem halben Tag.

Was sich nicht ohne Weiteres ändern lässt, sind drei Dinge: die Anschlussleistung am Stellplatz, die Lage der Installationswand und der Platz, an dem ein Speicher stehen könnte. Diese drei entscheiden, welche Optionen später überhaupt noch offen sind.

Deshalb lohnt es sich, in der Planung eine Fläche von etwa sechzig mal sechzig Zentimetern mit Anschluss vorzusehen, auch wenn zunächst ein Durchlauferhitzer eingebaut wird. Diese Fläche kostet in der Planung fast nichts und ist der Unterschied zwischen einer späteren Umrüstung und einem Umbau.

Vor der Entscheidung zu klären

  • Anschlussleistung am Aufstellort in Ampere und Phasen erfragen — beim Betreiber, nicht beim Hersteller.
  • Zahl der Personen, die morgens hintereinander duschen, festhalten.
  • Vierzig Liter je Dusche ansetzen und daraus die benötigte Menge in dreissig Minuten rechnen.
  • Prüfen, ob Bad und Küche an derselben Installationswand liegen können.
  • Leitungslänge zum entferntesten Hahn abschätzen; über drei Meter dämmen.
  • Aufstellort für einen möglichen Speicher festlegen, auch wenn zunächst keiner eingebaut wird.
  • Bei Wärmepumpe klären, aus welcher Luft sie die Wärme zieht und wie laut sie am Schlafplatz ist.
  • Nach der automatischen Aufheizung auf sechzig Grad fragen, nicht voraussetzen.
  • Lastabwurfschaltung erfragen, wenn der Anschluss bei sechzehn Ampere oder darunter liegt.
  • Abwassergefälle im selben Zug planen: zwei Prozent, und prüfen, ob sie im Bodenaufbau Platz haben.

Fragen dazu

Nur wenn der Anschluss es hergibt. Acht Liter pro Minute von zehn auf achtunddreissig Grad brauchen rechnerisch rund sechzehn Kilowatt, und solche Geräte werden dreiphasig angeschlossen. Einphasige Geräte mit sechs Kilowatt liefern etwa drei Liter pro Minute auf Duschtemperatur — mit Sparkopf brauchbar, aber eine bewusste Entscheidung über den Komfort.

Rechnen Sie vierzig Liter je Dusche und überlegen Sie, wie viele davon innerhalb einer halben Stunde nötig sind. Zwei Personen morgens hintereinander heisst achtzig Liter, also ein Speicher ab etwa hundert Litern. Die Speichergrösse allein sagt wenig; entscheidend ist sie zusammen mit der Wiedererwärmungszeit.

Beim Stromverbrauch ja — sie braucht etwa ein Drittel dessen, was ein Heizstab braucht. Die Frage ist der Aufstellort. Sie kühlt und entfeuchtet die Luft, aus der sie die Wärme zieht: im Sommer angenehm, im Winter gibt sie einen Teil des Vorteils an die Heizung zurück. Ohne unbeheizten Nebenraum bedeutet das zwei Luftkanäle nach draussen.

Meistens wird der Geruchsverschluss beim Duschen leergesogen, weil das Abwasser nicht schnell genug abläuft. Ursache ist fast immer zu wenig Gefälle. Zwei Prozent sind der Anhaltswert — auf sechs Meter sind das zwölf Zentimeter, die im Bodenaufbau vorhanden sein müssen.

Warmwasser aus Strom wird dann die teuerste Anwendung im Haus. Üblich sind ein Speicher mit Heizstab, der über einen Überschussregler nur bei Photovoltaik-Überschuss läuft, oder Solarthermie mit eigenem Kreislauf. Beides trägt von Frühjahr bis Herbst; für Dezember und Januar braucht es eine zweite Antwort.