Die Küche im Tiny House ist kein verkleinertes Abbild einer großen Küche, sondern eine eigene Planungsaufgabe: kurze Wege, wenig Geräte, viel Arbeitsfläche.
Küchenzeile statt Küchenblock
Eine gerade Zeile hält die Mittelachse des Hauses frei und lässt zwei Personen aneinander vorbei. Das ist der Grund, warum MD 2 und MD 7 so geplant sind. Eine Kochinsel kostet auf dieser Fläche mehr Verkehrsfläche, als sie an Arbeitsfläche bringt.
Geräte nach Nutzung, nicht nach Gewohnheit
Zwei Kochfelder statt vier, ein Kombigerät statt Backofen plus Mikrowelle, ein Kühlschrank in der Größe, die wirklich gebraucht wird. Jedes eingesparte Gerät wird zu Arbeitsfläche oder Stauraum — die beiden Dinge, die in kleinen Küchen tatsächlich fehlen.
Dunstabzug und Lüftung zusammendenken
Kochen ist nach dem Duschen die zweitgrößte Feuchtequelle im Haus. Abluft nach außen oder Umluft mit funktionierender Wohnraumlüftung — beides ist planbar, aber es muss entschieden sein, bevor die Wand geschlossen ist.
Die Arbeitsdreieck-Regel gilt auch auf zwei Metern
Kühlschrank, Spüle und Kochfeld sollten in dieser Reihenfolge und ohne Kreuzung erreichbar sein. In einer Zeile heißt das: Kühlschrank außen, Spüle in der Mitte, Kochfeld am anderen Ende, mit Arbeitsfläche zwischen Spüle und Kochfeld. Wer das umdreht, trägt Töpfe über die Spüle.
Wasserdruck und Abfluss der Spüle
Bei Off-Grid-Betrieb oder langen Leitungswegen entscheidet die Pumpe über den empfundenen Komfort mehr als die Armatur. Und ein Abfluss, der nach dem Transport wieder Gefälle hat, ist ein Punkt der Endkontrolle — kein Detail, das man auf der Baustelle bemerkt haben möchte.
Warum eine Tür mehr wert ist als eine Ecke
Kleine Häuser scheitern aus zwei Gründen: zu wenig Stauraum und kein Ort, an dem man allein sein kann. Beides sind Grundrissfragen und beide werden vor der Produktion entschieden. Sobald zwei Menschen gleichzeitig zu Hause sind und einer telefoniert, hört ein offener Grundriss auf zu funktionieren — das ist das gesamte Argument für MD 3 und MD 5. Der Raum muss nicht groß sein, er muss eine Tür haben. Beim Stauraum ist die Treppe die größte einzelne Chance im Haus; bei MODUNERA ist sie als Stauraummöbel ausgeführt und verdient damit ihre Grundfläche zurück. Weil Küche, Bad, Schränke und Treppe aus gleicher Möbelfertigung kommen, folgen die Maße dem tatsächlichen Grundriss statt Katalogmodulen.
Welche Modelle hier meistens infrage kommen
Bei Fragen aus dem Bereich Grundriss & Innenraum führen die Projekte in der Praxis am häufigsten zu MD 3 (Loft plus Zusatzraum, ab 47.900 €), MD 2 (Zwei Lofts für Familien, ab 52.900 €), MD 1 (Panorama und Loft, ab 44.900 €). Die Basisbreite beträgt bei allen acht Modellen 2,55 Meter; der Unterschied liegt in Länge, Aufteilung und Ausstattungstiefe. Entschieden wird nach Nutzung, Personenzahl und Standort — nicht nach dem Datenblatt.
Welche Grundrisse in welchem Markt am häufigsten gewählt werden
Deutschland: MD 1 und MD 3 werden in Deutschland am häufigsten geplant: MD 1 für Paare und Ferienhäuser mit Aussicht, MD 3, sobald ein abschließbares Zimmer für Homeoffice oder Kind gebraucht wird. Für Familien folgt MD 2.
Niederlande: MD 5 und MD 7 werden in den Niederlanden am häufigsten geplant, weil viele Grundstücke klein und die Zufahrten eng sind. Für Ferienparks folgt MD 4 mit der Veranda.
Dänemark: MD 6 wird in Dänemark am häufigsten gewählt – Steildach, Schneeabtrag und Auslegung auf lange Heizperioden. Für Sommerhausgrundstücke folgt MD 4.
Luxemburg: MD 3 und MD 5 werden in Luxemburg am häufigsten geplant, weil viele Vorhaben ein zusätzliches Zimmer für Homeoffice brauchen und die Grundstücke begrenzt sind.
Schweiz: MD 6 ist in der Schweiz die häufigste Wahl – Steildach für Schneeabtrag und Auslegung auf lange Heizperioden. Im Mittelland folgt MD 1.
Die häufigsten Fehler — und wie sie sich vermeiden lassen
Fehler 1: Eine Kochinsel einplanen
Sie verbraucht Verkehrsfläche in einem Volumen, das keine hat. Auf 28 Quadratmetern gewinnt fast immer die Zeile.
Fehler 2: Zu wenig Arbeitsfläche einplanen
Geräte fressen Fläche. Wer alles einbaut, hat am Ende keinen Platz mehr, um ein Brett hinzulegen.
Fehler 3: Den Dunstabzug nachrüsten wollen
Die Durchführung durch die gedämmte Hülle gehört in die Produktionsspezifikation, nicht in eine spätere Bohrung.
Fehler 4: Den Kühlschrank neben den Herd stellen
Auf kurzer Zeile ist das der häufigste Planungsfehler. Der Kühlschrank arbeitet gegen die Abwärme und verbraucht dauerhaft mehr.
Fehler 5: Hängeschränke bis zur Decke weglassen
Die letzten dreißig Zentimeter unter der Decke sind der einzige Stauraum, der keiner Fläche im Weg steht. Sie wegzulassen ist in einem Tiny House eine teure Entscheidung.
Vor der Bestellung abhaken
- Eine Kochinsel einplanen — geprüft und schriftlich festgehalten?
- Zu wenig Arbeitsfläche einplanen — geprüft und schriftlich festgehalten?
- Den Dunstabzug nachrüsten wollen — geprüft und schriftlich festgehalten?
- Den Kühlschrank neben den Herd stellen — geprüft und schriftlich festgehalten?
- Hängeschränke bis zur Decke weglassen — geprüft und schriftlich festgehalten?
- Zuständige Stelle im Zielland angefragt und Antwort schriftlich erhalten?
- Zufahrt und Entladepunkt mit Fotos und Maßen dokumentiert?
- Budget inklusive Fundament, Anschlüssen, Entladung, Planung, Gebühren und Versicherung gerechnet?
Häufige Fragen
Ja, als Zeile mit reduzierter Gerätezahl. Küche und Einbauten kommen aus gleicher Möbelfertigung und werden auf den Grundriss gemaßt.
Induktion ist im dichten kleinen Volumen die einfachere Wahl. Gas verlangt zusätzlich einen CO-Melder und mehr Lüftungsdisziplin.
Mehr, als die Fläche vermuten lässt, wenn wandhoch geplant wird. Vertikaler Stauraum ist hier der entscheidende Hebel.
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Stand 2026-08-14. Alle Angaben sind unverbindliche Projektorientierung und keine Rechts-, Behörden-, Statik-, Energie- oder Steuerberatung. Preise sind Indikationen ab Werk; verbindlich ist ausschließlich ein geprüftes Angebot.
