Heller Innenraum mit weißer Treppe, Fenster geöffnet, Licht auf dem Boden
Praxis · 2026-10-22

Saisonstart: die Durchsicht einer Einheit, bevor der erste Gast kommt

Im März wird die Einheit wieder angefahren. Was ein Betreiber dabei durchgeht — in umgekehrter Reihenfolge zum Oktober — und was er dabei findet, wenn der Winter etwas hinterlassen hat.

Kurz gesagt

Der erste Gast kommt in zwei Wochen, die Einheit stand fünf Monate leer, und irgendwo zwischen dem Aufschließen und dem Beziehen der Betten muss alles gefunden werden, was der Winter hinterlassen hat. Die Durchsicht im März ist der Nachmittag im Oktober rückwärts — plus den Blick auf das, was sich in fünf Monaten ohne Zutun verändert hat. Dieser Beitrag geht sie durch, mit dem, was man dabei typischerweise findet.

Die Reihenfolge: erst schauen, dann einschalten

Die Versuchung im März ist, Wasser und Strom einzuschalten und zu sehen, was passiert. Das ist die falsche Reihenfolge. Zuerst wird geschaut — mit geschlossenem Haupthahn und ausgeschaltetem Verteiler —, ob der Winter etwas hinterlassen hat, das beim Einschalten zum Schaden wird: ein Riss in einer Leitung, ein Nest in einem Gerät, Feuchte an einer Steckdose. Erst wenn der Rundgang nichts Beunruhigendes zeigt, wird eingeschaltet, Schritt für Schritt.

Der Rundgang beginnt außen: Fassade, Dach, Dachentwässerung, Stützen, Untergrund, Terrasse. Dann innen: Decken, Wände, Ecken, Fenster, Böden, Schränke, Geräte. Dann die Technik: Wasser, Strom, Lüftung, Heizung. Dann die Ausstattung: Betten, Küche, Bad, Gästeanleitung. Dann die Dokumentation: Fotos vom März neben die Fotos vom Oktober.

Wer die Liste vom Oktober hat, geht sie rückwärts durch. Wer sie nicht hat, macht sie jetzt — und hat sie im nächsten Oktober. Wie Betreiber die Einheit im Herbst kaltstellen, hat der vorige Beitrag beschrieben; was dort getan wurde, wird hier geprüft.

Außen: was fünf Monate Wetter hinterlassen

Die Fassade zuerst. Holz ist über den Winter weiter vergraut, und das ist normal — ein früherer Beitrag hat erklärt, was Vergrauung ist und was nicht. Nicht normal sind Risse, abgeplatzte Oberflächen, dunkle Flecken an Stellen, an denen Wasser gestanden hat, und Spuren von Tieren. Metallfassaden werden auf Kratzer, Beulen und Anlaufstellen angeschaut, besonders an der Wetterseite und an der Küste.

Dach und Dachentwässerung: Liegt Laub in der Rinne, ist ein Fallrohr verstopft, hat ein Eisdamm etwas verschoben? Ein Blick mit der Leiter, ein Eimer Wasser in die Rinne, und man sieht, ob es abläuft. Die Stützen: Steht die Einheit noch gerade? Die Wasserwaage auf dem Boden sagt es; wenn sich eine Stütze gesetzt hat, wird nachgestellt, bevor Türen und Fenster geprüft werden — sonst prüft man den Untergrund, nicht die Fenster.

Der Bereich unter der Einheit: trocken, frei, ohne Nester? Der Außenhahn: entleert geblieben, kein Riss? Die Terrasse: Dielen fest, Geländer fest, nichts, was ein Gast mit dem Fuß findet?

Innen: Feuchte, Gerüche und die Ecke hinter dem Schrank

Die Tür geht auf, und das Erste, was man prüft, ist der Geruch. Eine Einheit, die richtig gelüftet überwintert hat, riecht nach nichts. Eine, die muffig riecht, hat irgendwo Feuchte — und die wird gesucht, bevor irgendetwas anderes geschieht: in den Ecken hinter Schränken, unter Matratzen, in der Dusche, hinter dem Kühlschrank, an der Innenseite der Fenster, wo Kondensat gestanden hat.

Was man dabei findet, ist meistens klein: ein Fleck Schimmel in einer Ecke, der sich mit dem richtigen Mittel entfernen lässt; Kondensatspuren auf einer Fensterbank; eine Matratze, die feucht geworden ist, weil sie nicht hochgestellt war. Jeder Fund ist eine Notiz für den nächsten Oktober: Diese Ecke braucht einen Entfeuchter, diese Matratze muss raus.

Dann die Fenster und Türen: Schließen sie, nach einem Winter, in dem Holz und Dichtungen gearbeitet haben? Was klemmt, wird nachgestellt. Die Böden: Fugen, Kanten, Stellen, an denen Wasser gestanden haben könnte. Die Schränke: innen trocken, keine Spuren von Tieren, nichts, was über den Winter vergessen wurde.

Wasser: Schritt für Schritt, mit Blick nach unten

Erst wenn der Rundgang nichts Beunruhigendes gezeigt hat, kommt das Wasser. Alle Entnahmestellen bleiben geschlossen, der Haupthahn wird langsam geöffnet, und dann wird gewartet — mit dem Blick auf den Boden unter der Küchenzeile, im Bad, am Warmwasserbereiter. Was jetzt tropft, hat der Winter beschädigt, und man will es sehen, bevor der Speicher voll ist.

Dann wird der Warmwasserbereiter gefüllt, entlüftet und erst danach eingeschaltet — ein Speicher, der ohne Wasser heizt, ist ein Speicher, der kaputtgeht. Dann jede Entnahmestelle: Spüle, Waschbecken, Dusche, WC. Das Frostschutzmittel in den Siphons wird mit reichlich Wasser gespült. Jeder Abfluss mit einem Eimer Wasser geprüft. Der Außenhahn geöffnet, angeschlossen, geprüft.

Die Leitungen werden einige Minuten laufen gelassen, bis das Wasser klar und frisch ist — fünf Monate Stillstand hinterlassen Geschmack. Und die Abwasserseite wird von außen angeschaut: Sind die Abgänge angeschlossen, tropft nichts, riecht nichts?

Strom: Prüftaste, Stromkreise, Geräte, Volllast

Der Verteiler wird eingeschaltet, Stromkreis für Stromkreis, mit einem Moment dazwischen, in dem man hört und riecht, ob etwas nicht stimmt. Jeder Fehlerstromschutzschalter wird mit der Prüftaste ausgelöst und wieder eingeschaltet. Dann die Geräte, eines nach dem anderen: Licht, Steckdosen, Kühlschrank, Kochfeld, Warmwasserbereiter, Heizung, Lüftung, Klima. Der Kühlschrank bekommt Zeit, kalt zu werden, bevor man ihn beurteilt.

Am Ende der Volllasttest: Alles, was ein Gast abends gleichzeitig einschaltet, gleichzeitig ein — und die Sicherung hält, oder sie hält nicht, und dann ist der März der richtige Moment, das zu klären. Ein früherer Beitrag hat beschrieben, was vor der Saison geregelt wird, damit der Ausfall im August nicht kommt; die Durchsicht im März ist der Termin, an dem es geprüft wird.

Akkus werden eingesetzt oder geladen, Rauchmelder geprüft, der Temperaturfühler abgefragt — was hat er über den Winter gemeldet, und war es das, was erwartet wurde?

Lüftung und Heizung: hochfahren und beobachten

Die Lüftung wird von der kleinsten Stufe auf Normalbetrieb gestellt, und die Filter werden gewechselt oder gereinigt — fünf Monate auf kleinster Stufe haben sie nicht geschont, und ein Gast merkt eine Lüftung, die nicht zieht. Der Kondensatablauf wird geprüft, der Siphon mit Wasser gefüllt.

Die Heizung wird eingeschaltet und beobachtet: Wird es warm, gleichmäßig, in jedem Raum? Ein Thermostat, das über den Winter verstellt wurde, regelt falsch; eine Fußbodenheizung, die lange aus war, braucht Zeit. Zwei, drei Tage mit Heizung und Lüftung im Normalbetrieb, bevor der erste Gast kommt, sind die beste Prüfung — und sie trocknen die Einheit nach dem Winter durch.

Die Klimaanlage, wenn vorhanden, wird im Kühlbetrieb kurz getestet, auch wenn im März niemand kühlen will; der Kondensatablauf muss frei sein, bevor der Sommer kommt.

Was der Winter typischerweise hinterlässt

Nach einigen Jahren kennt jeder Betreiber die Liste dessen, was im März zu finden ist, und sie ist kürzer, als man befürchtet. Kondensatspuren an den Fensterinnenseiten in dem Raum, in dem die Lüftung am schwächsten war. Eine Dichtung, die über den Winter spröde geworden ist und an einer Tür nicht mehr anliegt. Ein Siphon, in dem das Frostschutzmittel verdunstet ist, weil die Einheit wärmer stand als gedacht. Laub in einer Rinne, das im Oktober noch nicht gefallen war.

Seltener, aber teurer: ein Nagetier, das sich hinter der Küchenzeile eingerichtet hat, weil ein Lüftungsgitter fehlte; eine Terrassendiele, die sich gehoben hat, weil Wasser darunter gefroren ist; ein Rollladen, der eingefroren war und beim ersten Versuch nicht aufging. Jeder dieser Funde hat eine Ursache, die sich im nächsten Oktober beheben lässt — ein Gitter, eine Entwässerung, ein offen gelassener Rollladen.

Was man nicht finden sollte, wenn der Oktober richtig war: Wasser, wo keines hingehört. Ein feuchter Boden unter dem Warmwasserbereiter, ein nasser Schrankboden, ein Wasserfleck an der Decke — das sind keine Winterspuren, sondern Schäden, und sie werden vor allem anderen geklärt.

Wer die Durchsicht macht und wie sie festgehalten wird

Die Durchsicht macht, wer die Einheit im Betrieb verantwortet, nicht wer gerade Zeit hat. Für die Technik — Verteiler, Warmwasserbereiter, Lüftung — kommt die Fachkraft dazu, die auch im Sommer gerufen würde, und zwar an einem Vormittag, an dem sie alle Einheiten hintereinander sieht. Das ist ihre günstigste Stunde im Jahr, und sie sieht im März die Dinge, die im August zum Notfall werden.

Festgehalten wird die Durchsicht wie die Übergabe und das Kaltstellen: eine Liste je Einheit, abgehakt, mit Funden und Fotos, datiert. Die Liste vom März liegt neben der vom Oktober und der vom März davor, und aus den dreien lässt sich ablesen, was sich jedes Jahr wiederholt — und das ist die Stelle, an der eine Änderung an der Einheit oder am Ablauf lohnt.

Für Betreiber mit mehreren Einheiten und wechselndem Personal ist diese Dokumentation außerdem das Einzige, was den Wissensstand von einem Jahr ins nächste trägt. Wer die Durchsicht im letzten Jahr gemacht hat, ist vielleicht nicht mehr da; die Liste ist es.

Die Woche vor dem ersten Gast

Zwischen der Durchsicht und dem ersten Gast liegt eine Woche, und sie wird gebraucht: für die Behebung dessen, was gefunden wurde, für die zwei, drei Tage Heizung und Lüftung im Normalbetrieb, für eine Probenacht. Die Probenacht ist der Schritt, den die meisten auslassen und der am meisten zeigt: Jemand schläft eine Nacht in der Einheit, duscht am Morgen, kocht einen Kaffee und merkt, was ein Gast merken würde — eine Lampe, die flackert, ein Fenster, das klappert, ein Geruch aus dem Abfluss, der bei der Durchsicht nicht da war.

Am Ende der Woche ist die Einheit nicht nur geprüft, sondern benutzt worden. Das ist der Zustand, in dem der erste Gast sie bekommen sollte — und der Unterschied zwischen einer Bewertung, die das Haus lobt, und einer, die den ersten Morgen beschreibt.

Wer mehrere Einheiten betreibt, macht die Probenacht nicht in jeder, sondern in der, die bei der Durchsicht die meisten Funde hatte — und in einer, die keine hatte, als Vergleich. Was in beiden gleich ist, ist der Zustand der Serie; was sich unterscheidet, ist die einzelne Einheit, und das ist die Stelle, an der nachgearbeitet wird.

Ausstattung, Anleitung, Fotos — und die Liste für den Oktober

Zuletzt die Ausstattung: Betten beziehen, Küche einräumen, Bad bestücken, Verbrauchsmaterial auffüllen, die Ausstattungsliste an der Schranktür abgleichen. Die Anleitung für den Gast prüfen: Stimmen Nummern, Zeiten, Hinweise noch? Was sich über den Winter geändert hat — ein neuer Platzwart, eine neue Müllregel —, wird eingetragen.

Dann die Fotos: Jeder Raum, datiert, neben die Fotos vom Oktober. Was sich verändert hat, ist das, was der Winter getan hat; was gleich geblieben ist, ist das, was im Oktober richtig gemacht wurde. Beides ist die Liste für den nächsten Oktober — und die Liste wird jedes Jahr kürzer, weil jedes Jahr etwas gelernt wurde.

Die Durchsicht dauert einen Vormittag für eine Einheit, wenn der Oktober richtig war. Bei mehreren gleichen Einheiten geht es je Einheit schneller, weil man weiß, wo man hinschaut. Was man dabei findet, ist meistens klein — und das ist der Beweis, dass der Oktober richtig war. Was bei der Planung einer Einheit getan wird, damit März und Oktober so kurz bleiben, steht auf der Seite für Campingplatz und Glamping.

Die Durchsicht im März

  • Erst Rundgang mit geschlossenem Haupthahn und ausgeschaltetem Verteiler, dann einschalten
  • Außen: Fassade, Dach, Rinne mit Eimer Wasser, Stützen mit Wasserwaage, Bereich unter der Einheit, Terrasse
  • Innen: Geruch, Ecken hinter Schränken, unter Matratzen, Fensterinnenseiten, Fenster und Türen
  • Wasser: Haupthahn langsam, Blick nach unten, Speicher füllen und entlüften vor dem Einschalten, Siphons spülen, Abflüsse mit Eimer
  • Strom: Stromkreise einzeln, Prüftasten, Geräte einzeln, dann Volllast
  • Lüftung auf Normalbetrieb, Filter gewechselt, Heizung zwei bis drei Tage beobachten
  • Ausstattung, Gästeanleitung, Verbrauchsmaterial
  • Fotos je Raum neben die Oktober-Fotos; Notizen für den nächsten Oktober

Fragen dazu

Weil ein Riss in einer Leitung oder Feuchte an einer Steckdose beim Einschalten zum Schaden wird. Erst schauen, dann einschalten — Schritt für Schritt, mit Blick nach unten beim Wasser und mit einem Moment dazwischen beim Strom.

Dann hat irgendwo Feuchte gestanden, und sie wird gesucht, bevor etwas anderes geschieht: Ecken hinter Schränken, unter Matratzen, Dusche, hinter dem Kühlschrank, Fensterinnenseiten. Der Fund ist meist klein und entfernbar — und eine Notiz für den nächsten Oktober.

Mindestens eine Woche, besser zwei. Heizung und Lüftung brauchen zwei, drei Tage im Normalbetrieb, um die Einheit durchzutrocknen und zu zeigen, ob sie richtig regeln — und was gefunden wird, braucht Zeit zum Beheben.

Ja. Ein Speicher, der ohne Wasser heizt, nimmt Schaden. Füllen, entlüften, dann einschalten — in dieser Reihenfolge.

Dann ist der März der richtige Moment, das zu klären: Absicherung des Stellplatzes prüfen, Lastverteilung anpassen, Geräte mit geringerer Spitzenlast erwägen. Im August ist es der Anruf um zehn Uhr abends; im März ist es ein Planungsthema.